Über das Gehirn

„Es besteht die aufregende Möglichkeit, dass man durch eine veränderte Zusammensetzung der Nahrung die kognitiven Fähigkeiten erhöhen, das Gehirn vor Schäden schützen und dem Altern entgegenwirken kann.“

Fernando Gómez-Pinilla, PhD, Neurobiologe UCLA

 

In unserer ständig älter werdenden Gesellschaft wird Demenz und vor allem Alzheimer-Demenz ein immer größeres Thema. Alt werden will jeder, aber vergessen, wie alt man ist, keiner.

Aber kann man Demenz vorbeugen?

Unzählige Studien weltweit haben ergeben – ja man kann. Mit einem Mix aus gesunder Ernährung und regelmäßigem Sport für Körper und Geist, gelingt es in vielen Fällen, Vergesslichkeit zu bekämpfen und damit einer Alzheimerkrankheit vorzubeugen, respektive deren Ausbruch zu verzögern.

Gesunde Ernährung senkt das Demenz- Risiko um bis zu 40 %

Demenz ist auch eine Mangelkrankheit. Demenz- und Alzheimerpatienten fehlen oft wichtige Vitamine und Nährstoffe, die vor allem für das Funktionieren der Synapsen, also der Übertragung von Informationen im Gehirn notwendig sind. Wir können dieses Wissen nutzen, um unsere Ernährung zu ändern und schon an der Wurzel gegen das Vergessen vorbeugen, bevor es zu spät ist.

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Woraus besteht unser Gehirn?

Zerlegt man das Gehirn in seine einzelnen Bestandteile und lässt man die Flüssigkeiten weg, so sind vor allem Lipide zu finden – 60 Prozent des Gehirns bestehen aus Gehirnfett. Nicht umsonst gibt es die Redewendung, sein „Gehinschmalz einsetzen“. Der zweitgrößte Anteil sind Proteine, dann folgen Aminosäuren, Mikronährstoffe und Glukose. Dies alles wird durch die Nahrung ausgenommen, daher ist die richtige Ernährung extrem wichtig für den Erhalt unser kognitiven Fähigkeiten.

Das Gehirn konnte sich zu seiner Größe entwickeln, weil der Mensch begann, Fettsäuren und Eiweiße, die als Nervenbaustoffe fungieren, mit der Nahrung aufzunehmen. Besonders hervorzuheben ist hier die Docosahexaensäure (DHA), eine mehrfach ungesättigte Fettsäure, die zur Klasse der Omega-3-Fettsäuren gehört. Sie kommt in großer Menge in den Membranen menschlicher Gehirnzellen vor.

Der Mensch kann DHA kaum selbst herstellen, er muss sie mit der Nahrung aufnehmen, etwa über fetten Fisch. Einige Wissenschaftler sind überzeugt, dass erst nachdem die Hominiden fischen gelernt hatten, das Wachstum des Gehirns so richtig begann. Nicht umsonst sind die frühen Hochkulturen der Ägypter, Griechen und Römer alle in Meeresregionen beheimatet gewesen.

Vernetzung der Nervenzellen

Der Mensch besitzt etwa 86 Milliarden Nervenzellen (Neuronen). Diese Neuronen sind mit geschätzt 100 Billionen Synapsen miteinander verbunden. So kann eine Nervenzelle mit bis zu 1000 anderen verbunden werden. Sie leiten neuronale Impulse mit Hilfe von Botenstoffen, sogenannten Neurotransmittern an Synapsen weiter.

Biochemisch sind diese Neurotransmitter Derivate (Abspaltprodukte) von Aminosäuren, wie Dopamin, Serotonin oder Adrenalin, Acetylcholin oder Phosphorester. Der wichtigste Transmitter im peripheren Nervensystem ist Acetylcholin und im zentralen Nervensystem Glutamat. Das einwandfreie Funktionieren dieser Neurotransmitter ist eine der wichtigsten Bedingungen, damit unser Gehirn einwandfrei läuft. Sie sind notwendig für die Ausbildung, Stabilität und Gewichtung der synaptischen Verbindungen.

Stoffwechsel des Gehirns

Das Gehirn hat einen sehr hohen Energiebedarf. Obwohl es nur 2 % der Körpermasse ausmacht, verbraucht es 20 % des Grundumsatzes, also der Energiemenge, die der Körper bei völliger Ruhe zum Funktionieren benötigt. Diese Energie erhält es durch Verbrennung von Glucose, Ketonkörpern und Laktat.

Da das Gehirn nur geringe Speicherkapazitäten für Energie besitzt, führt der Mangel an Glucose zu Hirnschäden. (Darauf wird im Blogbeitrag „Was ist Demenz“ näher eingegangen.)

Aufgrund des hohen Stoffwechsels im Gehirn, ist auch die Abfallbeseitigung von größter Bedeutung, da manche Stoffe, besonders Proteine zu giftigen Ablagerungen, sogenannten Plaques führen können.

Versorgung

Unser Gehirn funktioniert nur, wenn es optimal versorgt wird. Es ist sehr empfindlich und reagiert schon auf kleinste Veränderungen im Stoffwechsel. Schwankt zum Beispiel die Blutzufuhr, kann das Schwindel auslösen. Ist der Glucosespiegel zu hoch oder zu niedrig, stört das die Gehirnfunktion – bei Diabetikern kann es bis zum Koma führen. Erhöhter Stress, Alkoholkonsum oder fehlender Schlaf führen sofort zu einer Minderung der Merkfähigkeit und der Konzentration. Wird das Gehirn über einen längeren Zeitraum mangelhaft versorgt, führt das à la longue zu einer Zerstörung unserer Gehirnzellen.

Einige Änderungen in unseren täglichen Gewohnheiten können einen großen Effekt haben, der das Gehirn lange leistungsfähig und gesund hält.

WEITERFÜHRENDE BEITRÄGE

Was ist Demenz, was ist Alzheimer-Demenz?

Alle Nährstoffe, die unser Gehirn zum optimalen Funktionieren braucht